Ortslage und Alter verändern den Mobilitätsbedarf
Der Kreis bündelt Orte mit sehr verschiedener Siedlungsstruktur: Hattingen, Witten und Schwelm sind städtisch geprägt, Breckerfeld und Sprockhövel ländlich. Daraus folgen unterschiedliche Ausgangslagen für Wege. In den Städten ist die Nachfrage nach leistungsfähigem Bus- und Bahnverkehr sowie Radverkehr hoch; im ländlichen Raum sind viele stärker auf das Auto angewiesen. Ein Angebot, das in Städten gut ausgebaut ist, deckt deshalb nicht automatisch den Mobilitätsbedarf in ländlich geprägten Gebieten ab. Hinzu kommt die Alterung der Bevölkerung: Barrierefreie Wege, sichere Fußverbindungen und Nahmobilität werden wichtiger. Die Analyse verbindet damit Raumstruktur und Altersentwicklung als zwei Gründe, Mobilitätsplanung für unterschiedliche örtliche Bedingungen mitzudenken.

Pendeln verbindet den Kreis mit der Region
Die Pendelbewegungen überschreiten die Kreisgrenze: Täglich fahren tausende Menschen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis nach Dortmund, Bochum, Essen, Hagen und Wuppertal; zugleich kommen Beschäftigte aus diesen Städten in den Kreis. Der Austausch ist ungleich: Mehr Menschen fahren aus dem Kreis heraus als hinein. Für die Analyse gehört der Kreis damit zum Verkehrsraum der Metropolregion, und sie leitet daraus den Bedarf an guten Verbindungen auf Schiene und Straße ab. Innerhalb des Kreises zeigen sich andere Lücken: Busse und Bahnen sind in größeren Städten gut ausgebaut, im ländlichen Raum fehlt es besonders abends und am Wochenende an Angeboten. Auch beim Radverkehr sind Teilstücke vorhanden, doch das Netz ist nicht durchgängig; sichere, komfortable Wege fehlen vielerorts. Diese Befunde betreffen Verbindungen über größere Entfernungen ebenso wie das Weiterkommen vor Ort.

Befragung und Beteiligung beleuchten verschiedene Seiten
Die Konzeptanalyse stützt sich auf ausgewertete Daten, eine Betrachtung der vorhandenen Angebote sowie auf Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Die repräsentative Haushaltsbefragung zeigt das beobachtete Verhalten: Rund zwei Drittel aller Wege werden mit dem Pkw zurückgelegt. Eine Online-Beteiligung ergänzte diesen Blick durch Erfahrungen und Vorschläge: Mehr als 2.000 Menschen beschrieben ihre Mobilität und brachten Ideen ein. Häufig ging es um dichtere Bus- und Bahnangebote, sichere, durchgehende Radwege sowie Carsharing oder On-Demand-Busse. Die beiden Zugänge haben damit unterschiedliche Aufgaben: Die Befragung erfasst, wie Wege zurückgelegt werden; die Beteiligung macht Wünsche und wahrgenommene Probleme sichtbar. Zusammen mit der Angebotsanalyse bilden die Ergebnisse laut Kreis die Grundlage für Leitbilder, Ziele und Maßnahmen des Mobilitätskonzepts.