KiTa: gemeinsame Themen an zwei Lernorten
Rucksack KiTa richtet sich an Familien mit Einwanderungsgeschichte und Kindern ab vier Jahren. Eltern bekommen Anregungen und Materialien in den Familiensprachen, um zuhause altersgemäße Aktivitäten mit ihren Kindern zu machen. Die Elterngruppe kommt einmal wöchentlich in der Kita zusammen. Eine zweisprachige Elternbegleitung erläutert die Übungen auf Deutsch; bei der nächsten Zusammenkunft schildern Eltern ihre Erfahrungen. So probieren Eltern Aktivitäten daheim aus und bringen ihre Eindrücke in die Gruppe zurück. Zugleich knüpft die Kita an dieselben Themen an. Erzieherinnen und Erzieher bearbeiten sie parallel in deutscher Sprache mit den Kindern. Die Verbindung entsteht durch thematische Abstimmung und regelmäßigen Elternkontakt; Zuhause und Kita übernehmen verschiedene Teile des Ablaufs.
Schule: Übungen knüpfen an Unterricht an
Rucksack Schule richtet sich an drei Partner: Eltern mit Einwanderungsgeschichte, ihre Kinder an einer Grundschule und die Grundschule selbst. Das Programm setzt bei den vier Grundschuljahren an. Im Unterricht lernen Kinder auf Deutsch; zuhause bearbeiten Eltern mit ihnen gezielt Übungen zu Unterrichtsthemen in der Familiensprache. Wöchentliche Treffen an der Grundschule verbinden die Hausarbeit mit Anleitung und Material: Eine ausgebildete zweisprachige Elternbegleitung führt die Treffen durch, und dort erhalten die Eltern Materialien und Anleitungen. Zusätzlich stellt das Programm Material für den Herkunftssprachlichen Unterricht bereit. Damit umfasst der Ablauf Unterricht, Übungen zuhause und eine zusätzliche Ressource für den Herkunftssprachlichen Unterricht.
Sprachbildung und Bildungspartnerschaft als Ziele
Übergreifend ordnet der Ennepe-Ruhr-Kreis beide Programme dem Ziel zu, die Sprachkompetenz der Kinder sowohl in der Erstsprache als auch in Deutsch zu stärken. Für Rucksack KiTa nennt er zusätzlich die Förderung von Mehrsprachigkeit sowie von Bildungs- und Erziehungskompetenz der Eltern. Die partnerschaftliche Seite gehört ebenfalls zum Zielbild: Elternhaus und Kita sollen zusammenarbeiten, damit Kinder individuelle Förderung und Chancen auf ihrem Bildungsweg erhalten. Der Kreis beschreibt Zusammenarbeit zwischen Eltern und Bildungseinrichtungen als wichtigen Beitrag zu Bildungschancen und stellt die Familie als ersten frühkindlichen Lernort heraus. Die Programme verbinden damit sprachliche Förderung mit der Beteiligung von Eltern an Bildungsprozessen.