Migrantenselbstorganisationen: Interessenvertretung und Kooperation
Der Ennepe-Ruhr-Kreis ordnet Migrantenselbstorganisationen (MSO) als Interessenvertretungen und Kooperationspartner ein. Ihre Mitglieder vertreten die Interessen von Migrantinnen und Migranten im Kreisgebiet; die Organisationen können außerdem eine Brückenfunktion übernehmen. Das Kommunale Integrationszentrum (KI) unterstützt diese Zusammenarbeit auf Anfrage mit Informationsveranstaltungen zu unterschiedlichen Themen und Hilfe bei Planung und Durchführung von Veranstaltungen. Es informiert zudem über Fördermittel und ausgeschriebene Projekte und unterstützt im Kontakt mit Einrichtungen und Behörden. Damit treffen zwei Rollen zusammen: MSO bringen die Perspektive organisierter Selbstvertretung ein, das KI bietet praktische Unterstützung für Information, Veranstaltungen und Kontakte zu Institutionen.

Väterarbeit: Gruppen begleiten und Ziele benennen
In der Väterarbeit begleitet das KI Initiativen, Vereine und engagierte Einzelpersonen bei Gründung und Leitung von Vätergruppen. Die Unterstützung umfasst fachliche Beratung, Workshops zu Erziehung, Kommunikation und Konfliktbewältigung sowie Hilfe bei gemeinsamen Aktivitäten. Daneben beschreibt der Kreis Projektziele, keine bereits nachgewiesenen Ergebnisse: Väter mit Einwanderungsgeschichte sollen in ihrer Familienrolle und Erziehungskompetenz gestärkt werden; ihre Beteiligung an Erziehung und Sozialisation der Kinder soll wachsen. Das Projekt will sie zudem als Vorbilder in der familiären und sozialen Entwicklung unterstützen und ihre Teilhabe fördern. Gruppenpraxis und längerfristig formulierte Ziele stehen dabei nebeneinander.

„Ehrenamt im Kontext Prävention“: Angebote und Mittelverteilung
Die Maßnahme „Ehrenamt im Kontext Prävention“ zielt darauf, das Ehrenamt in der Integrationsarbeit und die Selbstbestimmung sowie Eigenverantwortung von Geflüchteten und Neueingewanderten zu stärken. Als weiteres Anliegen nennt die Beschreibung die Prävention von Radikalisierung und Resilienz gegenüber menschenfeindlichen und extremistischen Weltanschauungen. Zu den geförderten Arbeitsfeldern zählt sie Bildungs- und Begegnungsstätten, auch im Umfeld von Unterkünften, sowie Angebote für Zusammenkommen, Orientierung und Begleitung. Hinzu kommen Informations- und Wissensvermittlung, Demokratiebildung sowie Qualifizierung und Begleitung ehrenamtlich Engagierter. Bei der Mittelverteilung achtet das KI auf die Zahl der Geflüchteten in den Kommunen und eine ausgewogene Mischung der Präventionsangebote; außerdem werden alle förderfähigen Anträge berücksichtigt. Die Kriterien verbinden damit kommunale Zahlen, Angebotsbalance und die Berücksichtigung förderfähiger Vorhaben.