Bewerbung und Stellensuche mit Integrationscoachenden
Das Konzept unterscheidet nach dem Unterstützungsbedarf. Wer dem Arbeitsmarkt weitgehend uneingeschränkt zur Verfügung steht und keine oder nur geringe Herausforderungen klären muss, wird durch Integrationscoachende betreut. Sie unterbreiten Stellenvorschläge, prüfen die Bewerbungsunterlagen auf Verbesserungsmöglichkeiten und erarbeiten mit der ratsuchenden Person eine Bewerbungsstrategie. Je nach individueller Situation können Fördermöglichkeiten in Betracht kommen, etwa Aus- und Weiterbildungen, Coaching- und Vermittlungsmaßnahmen oder finanzielle Unterstützung. Für Menschen mit Fluchtgeschichte sowie jüngere Leistungsbeziehende unter 25 Jahren stehen spezialisierte Integrationscoachende mit ihrem Fachwissen bereit. Die Begleitung umfasst damit konkrete Schritte der Stellensuche und kann auch Hilfen für den Einstieg in eine Beschäftigung einbeziehen.

Fallmanagement bei belastenden Problemen
Das spezialisierte Fallmanagement hilft, wenn umfangreichere und belastende Probleme im beruflichen, persönlichen, familiären oder sozialen Bereich eine schnelle und unkomplizierte Arbeitsaufnahme derzeit verhindern. Der Kreis nennt als Beispiele einen fehlenden Schulabschluss, Alkohol- oder Drogenprobleme, Schulden, psychologische Schwierigkeiten, gesundheitliche Einschränkungen und fehlende Kinderbetreuung. Solche Vermittlungshemmnisse stehen einem Einstieg ins Arbeitsleben im Weg und müssen gelöst werden. Betreuung und Vermittlung erfolgen vor Ort: Mitarbeitende stehen Ratsuchenden in ihrer Regionalstelle zur Verfügung. Für den Kontakt verweist der Kreis auf die jeweilige Regionalstelle und die Vereinbarung eines Termins. Das Konzept lässt zudem Überschneidungen zwischen Fallmanagement und Integrationscoaching zu, wenn es die konkrete Problemlage erfordert.

Arbeitgeberservice für inklusive Stellenbesetzungen
Für Arbeitgeber im Ennepe-Ruhr-Kreis, die eine neue Stelle für einen Menschen mit Behinderung schaffen möchten, gibt es den Arbeitgeberservice für Rehabilitanden und Schwerbehinderte. Er unterstützt und berät bei der Auswahl von Bewerbenden. Gemeinsam mit dem Betrieb erstellt er ein Anforderungsprofil für die zu besetzende Stelle und sucht eine geeignete Kandidatin oder einen geeigneten Kandidaten. Außerdem berät der Service zu aktuellen Förderprogrammen und unterstützt mit konkreten Fördermöglichkeiten und Zuschüssen. Dazu zählen beispielsweise die Kostenübernahme für eine befristete Probebeschäftigung bis zu drei Monaten, ein Eingliederungszuschuss und ein Zuschuss zum Arbeitsentgelt. Fördermöglichkeiten gibt es auch bei Ausbildungsplätzen, offenen Stellen und der technischen Ausstattung behindertengerechter Arbeitsplätze.